17.09.2019 21:15 Alter: 33 days

Richtige Wärmedämmung erfüllt die Förderbedingungen

 

Mit der im Mai 2016 in Kraft getretenen neuen „Richtlinie für Investitions- zuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien“ wird erstmals und bis Ende 2019 auch die technische Isolierung betriebstechnischer Anlagen staatlich bezuschusst.

Mit der im Mai 2016 in Kraft getretenen neuen „Richtlinie für Investitionszuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien“ wird erstmals und bis Ende 2019 auch die technische Isolierung betriebstechnischer Anlagen staatlich bezuschusst. Für Einzelmaßnahmen der Wärme- und Kältedämmung sowie für systemische Optimierungen an betriebstechnischen Anlagen werden je nach Maßnahme bis zu 150.000 Euro als nicht rückzahlbare Förderung gewährt. Unternehmen sollten dies zum Anlass nehmen, den Ist-Zustand der Isolierung ihrer industriellen Anlagen zu überprüfen bzw. bei geplanten Neubauten hocheffiziente Dämmsysteme von Beginn an einzuplanen.

Obwohl die Einsparpotenziale in Bezug auf Energiekosten und Emissionsausstoß durch die technische Isolierung industrieller Anlagen eigentlich klar auf der Hand liegen sollten, zeichnet die Praxis ein anderes Bild. Laut einer vom European Industrial Insulation Foundation (EiiF) in Auftrag gegebenen Studie an Ecofys, einem der führenden Beratungsunternehmen im europäischen Energie- und Energieeffizienzbereich, sind in industriellen Anlagen bis zu zehn Prozent und mehr der Anlagenteile nicht gedämmt oder weisen beschädigte Isolierungen auf. Dies führt zu unnötig hohen Wärmeverlusten und zieht damit höhere Betriebskosten nach sich. Für diese Situation gibt es verschiedene Gründe. So werden beispielsweise bei der Entscheidung für die Ausführung der Dämmung von Anlagenteilen Kriterien wie möglichst geringe Investitionskosten oder die Einhaltung der maximal erlaubten Oberflächentemperatur berücksichtigt. Die tatsächlichen Kosten über die Nutzungsdauer der Anlage/Komponente (TCO, „Total Cost of Ownership“) oder höchste Energieeffizienz von Dämmsystemen spielen oftmals eine untergeordnete Rolle. Die gleiche Studie zeigt jedoch eindrucksvoll, welche Einsparpotenziale hier schlummern. Beispielsweise könnten mit energieeffizienter Dämmung von Industrieanlagen europaweit jährlich bis zu 620 Petajoule (PJ) eingespart werden – der Jahresenergieverbrauch von 10 Millionen Haushalten. Darüber hinaus ließe sich der jährliche CO2-Ausstoß um 49 Megatonnen (Mt) reduzieren, was den Emissionen von 18 Millionen Mittelklasse-Fahrzeugen entspricht. Die BFA WKSB (Bundesfachabteilung Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) hat dies auf Deutschland heruntergebrochen. Demnach könnten hierzulande im Bereich der betriebstechnischen Anlagen von Gewerbe und Industrie jährlich 80 PJ Energie und 6,3 Mt CO2 eingespart werden.

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Betrachtet man die Betriebstechnik im Allgemeinen, gibt es dank der neuen Richtlinie eine Fülle an förderfähigen Anlagenkomponenten. Rohrleitungen beispielweise sind essenzielle Bestandteile industrieller Prozesse. Sie transportieren Flüssigkeiten oder Gase oftmals über lange Strecken und verbinden wichtige Anlagenkomponenten miteinander – bei entsprechend hohen Medientemperaturen und nicht vorhandener oder unzureichender Dämmung sind die Wärmeverluste enorm. In der Folge bedeutet dies: Um mit der notwendigen Temperatur am Ziel anzukommen, muss die Ausgangstemperatur der Flüssigkeit und damit der Energieaufwand erhöht werden. Hocheffiziente technische Isolierungen schaffen hier Abhilfe. Ein Beispiel: Bei einer Dampfleitung mit 500 °C Medientemperatur und einer Länge von 100 Metern lässt sich die wärmetechnische Effizienz um nahezu 50 Prozent verbessern, wenn eine höhere Dämmschichtdicke und ein besserer Dämmstoff mit geringerer Wärmeleitfähigkeit gewählt wird. Für die Isolierung von Rohrleitungen sind Dämmmaterialien aus Steinwolle in den Lieferformen Rohrschalen, Drahtnetzmatten die erste Wahl, da sie hervorragende Dämmeigenschaften mitbringen und sich perfekt an die Form der Leitung anpassen lassen. Auch Behälter, Kessel und Tanks sind elementare Bestandteile nahezu jeder Industrieanlage. Sie unterscheiden sich in Größe sowie Form und natürlich auch in der Temperatur der enthaltenen Medien. Eines haben jedoch alle Behälter und Tanks gemeinsam: Sie benötigen eine effektive Dämmung, damit eine verfahrenstechnische Funktionalität sichergestellt ist, Wärmeverluste reduziert und der Berührungsschutz garantiert werden. Für eine effiziente Dämmung der Behälter, Kessel und Tanks kommen in der Regel Drahtnetzmatten, Platten, Filze und Lamellen aus Mineralwolle zum Einsatz.

Quelle: ISOVER


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